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Stimmen aus unserer Friedensarbeit

Bolivien
Nachhaltig handeln
Ressourcengerechtigkeit schaffen
23. Juni 2026

Drei Fragen an Águeda Colque von ISALP aus Bolivien

Beim Besuch in Berlin im Mai 2026 spricht Águeda Colque von der Partnerorganisation ISALP über Klimakrise, Bergbau und die Frage, wie ein gutes Leben im Einklang mit Mensch und Natur gelingen kann.

Wir alle sind Kinder der Mutter Erde, werden von derselben Sonne beschienen und brauchen einander – trotz unserer Unterschiede.
Águeda Colque
Projektkoordinatorin bei ISALP, Bolivien

Was bewegt die Menschen in deiner Region aktuell am meisten?

„Viele Menschen in den Anden, sowohl in den Städten als auch auf dem Land, sorgen sich um die Folgen der Klimakrise und darum, wie sie ihre Lebensgrundlagen sichern können. Besonders indigene Gemeinschaften sind betroffen: Wasser wird knapper, Ernten verändern sich und viele Menschen verlassen ihre Gemeinden.

Gleichzeitig erleben wir Umweltzerstörung durch den Bergbau und den Verlust von Gemeinschaft. Viele fragen sich deshalb: Wie können wir das Vivir Bien – das gute Leben im Einklang mit Mensch und Natur – bewahren?“

Gab es einen Moment in deiner Arbeit, der dir besonders Hoffnung gemacht hat?

„Mich macht hoffnungsvoll, dass sich im Umfeld meiner Arbeit immer mehr Menschen engagieren und erkennen: Ein anderes Leben ist möglich.

Viele beginnen im Kleinen etwas zu verändern. So setzen sich etwa die „Voluntarios de Paz“ (Freiwillige für den Frieden) aus unserem Projektumfeld für eine Kultur des Friedens ein. Inspiriert von den Werten indigener Gemeinschaften organisieren sie Aufforstungsaktionen mit einheimischen Baumarten und engagieren sich für einen respektvollen Umgang mit Mensch und Natur.

Wenn Menschen gemeinsam handeln und Verantwortung übernehmen, entsteht etwas Neues. Für mich ist Hoffnung zu sehen, dass Menschen bereit sind, ihr Zusammenleben neu zu gestalten.

Was wünschst du dir von Menschen in Deutschland?

„Ich wünsche mir, dass mehr Menschen das Konzept des Vivir Bien kennenlernen: ein gutes Leben in Respekt vor der Natur, den Mitmenschen und allem Lebendigen.

Außerdem wünsche ich mir Unterstützung für die Arbeit vor Ort. Kleine Initiativen wie die unsrigen, können große Veränderungen anstoßen.

Die Kultur des Friedens bedeutet für mich nicht nur Frieden zwischen Menschen. Sie bedeutet auch Frieden mit der Natur und unserem Umfeld. Wir alle sind Kinder der Mutter Erde, werden von derselben Sonne beschienen und brauchen einander – trotz unserer Unterschiede.“

Was bedeutet „Vivir Bien“?

„Vivir Bien“ (spanisch für „gut leben“) ist ein Konzept, das in vielen indigenen Gemeinschaften der Anden verwurzelt ist. Es beschreibt ein Leben in Balance – mit der Natur, der Gemeinschaft und den kommenden Generationen.

Im Mittelpunkt stehen nicht materieller Wohlstand oder ständiges Wachstum, sondern gegenseitige Verantwortung, Solidarität und der respektvolle Umgang mit allem Lebendigen. Für Águeda Colque ist das „Vivir Bien“ ein Weg, in Frieden mit Menschen, der Natur und dem eigenen Umfeld zu leben.

Mehr über unsere Friedensarbeit in Bolivien erfahren

https://wfd.de/projekte/kultur-des-friedens-starken-in-bolivien/