„Allein, weil wir Quechua sprechen, werden wir in vielen Bereichen oft benachteiligt“, sagt Carmen Solíz mit ruhiger Stimme. „Meine Mutter konnte zum Beispiel nicht allein zu Behörden gehen. Dort sprach niemand ihre Sprache.“
Carmen Solíz erlebt täglich, was diese sprachliche Ausgrenzung bedeutet. In Bolivien sprechen zwei Millionen Menschen Quechua. Doch bei Behörden, in Rechtsangelegenheiten und bei Debatten wird meist Spanisch gesprochen. Wer die Sprache der Verwaltung nicht spricht, kann Rechte nicht einfordern, Konflikte nicht gemeinsam bearbeiten – und bleibt bei Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen, außen vor.
Warum Teilhabe gestärkt werden muss
Diese Ausgrenzung wird zunehmend zum Sicherheitsrisiko. Denn während quechuasprachige Gemeinden weiterhin ausgeschlossen sind, nehmen die Konflikte um Land, Wasser und Ressourcen zu. Klimakrise, Bergbau und Abholzung verschärfen die Spannungen. Wo Lebensgrundlagen bedroht sind und Menschen nicht über die nötigen Informationen verfügen, um ihre Rechte zu verteidigen, wächst das Konfliktpotenzial.
Dagegen setzt sich Carmen mit ihrer Theatergruppe ein. Bei ACLO – der Fundación Acción Cultural Loyola, unserem Partner vor Ort – bringt sie Friedensarbeit auf die Bühne. Auf Quechua. Für alle, die sonst nicht mitreden können.
So schaffen Carmen Solíz und ACLO Räume für Veränderung
Carmen Solíz arbeitet mit einer Theatergruppe, die Rechte, Gleichberechtigung und Umweltschutz direkt auf die Straße bringt. Auf Märkten und Plätzen spielen sie Szenen, die aufgreifen, was die Menschen wirklich bewegt: Wie wollen wir zusammenleben? Welche Rechte brauchen wir? Wie schützen wir unsere Umwelt?
Entscheidend ist dabei nicht nur der Inhalt, sondern die Sprache: Quechua und Spanisch. So entstehen Zugänge für Menschen, die sonst oft außen vor bleiben.
Auf den Schildern der Schauspielerinnen stehen Worte wie „Kultur des Friedens“, „Wir hören einander zu“, „Dialog“ und „Empathie“. Diese Begriffe zeigen, worum es Carmen Solíz geht: Menschen ins Gespräch bringen, Verständnis schaffen, friedliches Zusammenleben erfahrbar machen.
Damit Menschen gehört werden – und ihre Zukunft selbst mitgestalten können.
Frieden beginnt im Gespräch.
Dort, wo Menschen Konflikte benennen und gemeinsam Lösungen suchen, statt zu schweigen.
Carmen Solíz schafft genau hierfür Räume auf der Bühne. Hier finden Menschen ihre Stimme wieder.
Das ist Teilhabe. Und daraus kann Frieden entstehen – gemeinsam mit Ihnen.
Spendenkonto:
Weltfriedensdienst e.V.
IBAN: DE10 3702 0500 0003 1475 05
BIC: BFSWDE33XXX
(Sozialbank)
Stichwort: Junge Stimmen Stärken
Hinweis zur Transparenz: Das hier vorgestellte Projekt ist ein Beispiel für unsere weltweite Friedensarbeit. Spenden kommen der gesamten Arbeit des Weltfriedensdienstes zugute. Wir setzen Ihre Spende dort ein, wo sie gerade am Dringendsten benötigt wird. Wenn Sie Näheres dazu erfahren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Titelbild: Vorbereitung in Cajamarca: Carmen bindet ihren Aguayo, das traditionelle Tragetuch der Quechua-Gemeinden, als Tasche für den bevorstehenden Auftritt. Foto: Daniela Ramirez F.