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Gemeinsam für eine ökologische Agrarwende

Mamadou Dia lebt als Kleinbauer im Dorf Lérabé im Norden Senegals. Noch vor wenigen Jahren hatte seine Familie nicht genug zu essen. Wie die meisten Bauern musste er jedes Jahr kurz nach der Ernte Reis zukaufen. In der Sahelzone regnet es selten. Deshalb leiten Kanäle und Dämme das Wasser des Senegalflusses auf die Felder. Die Familien müssen untereinander regeln, wer wo wie viel Wasser entnehmen darf. Lange Zeit wurden so in Lérabé zu wenige Flächen bewässert. Es wuchs nicht genug, um davon leben zu können.

Projektsteckbrief
Region:
Afrika
Land:
Senegal
Schwerpunkte:
Advocacy
Agrarökologie
Aktionsforschung
Ressourcengerechtigkeit

Durch die Beratung unserer Partnerorganisation Enda Pronat konnten die Familien zusätzliches Ackerland erschließen, nachhaltig bewirtschaften und die Felder rund um das Dorf gerecht aufteilen. Zehntausende Quadratmeter zusätzliches Land haben sie so fruchtbar gemacht und damit ihr Überleben in Lérabé gesichert.

„Heute haben wir so viel Anbaufläche, dass wir zwei Reisernten pro Jahr einfahren und in den letzten beiden Jahren haben wir sogar Rekorderträge erzielt!“
Mamadou Dia
Kleinbauer aus Lérabé

Dem Klimawandel trotzen

Die senegalesischen Nichtregierungsorganisation Enda Pronat setzt sich seit 1982 für eine gesunde und nachhaltige Landwirtschaft im Senegal ein. Mit regionalen und nachhaltigen Ansätzen arbeitet Enda Pronat daran, die Ernährungssouveränität lokaler Gemeinschaften im Senegal wiederherzustellen – und zwar langfristig.

Dazu gibt Enda Pronat traditionelles bäuerliches Wissen in Feldschulen weiter: Gemeinsam mit kleinbäuerlichen Familienbetrieben und Forschungsinstituten erarbeitet unsere Partnerorganisation lokal angepasste Anbaumethoden, etwa für Gemüsegärten, und vermittelt Techniken zur Saatgutgewinnung und -lagerung. Wie Kleinbauernfamilien dem Klimawandel trotzen können, zeigt ihnen Enda Pronat durch die gemeinsame Aktionsforschung.

Mariam Sow, langjährige Direktorin und Beraterin von Enda Pronat, kämpft für die agrarökologische Wende im Senegal. Foto: Enda Pronat

Starkes Netzwerk für Ernährungssicherheit

Politisch setzt sich Enda Pronat auf kommunaler, nationaler und internationaler Ebene für das Recht der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen und damit ihre Ernährung nachhaltig zu sichern (Ernährungssouveränität).

Darüber hinaus kämpft Enda Pronat für die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für einen agroökologischen Umbau. Dafür gründete Enda Pronat gemeinsam mit anderen Gruppen das Bündnis DyTAES, dem weitere zivilgesellschaftliche Organisationen, Produzenten- und Verbraucherverbände, Gemeinden und Städte, Lokalpolitiker* innen, Wissenschaftler*innen und Privatunternehmen angehören. Ziel ist es, den Dialog für eine agrarökologische Wende im Senegal mit Verantwortlichen auf allen Ebenen zu pflegen.

Das Bündnis organisiert öffentliche Veranstaltungen und Konsultationen im ganzen Land. Eine der wichtigsten Veranstaltungen sind die Agrarökologischen Tage, die seit 2019 in der Hauptstadt Dakar stattfinden. Hier sitzen Bäuerinnen und Minister buchstäblich an einem Tisch und tauschen sich drei Tage lang über die Chancen und Herausforderungen der Agrarökologie aus.

Wasser und Land gerecht verteilen. Foto: Enda Pronat

Frieden braucht Wasser

So wie es Mamadou Dia im Senegal geht es vielen Menschen weltweit. Oft gibt es zwar genug Wasser, aber die Menschen können es nicht richtig nutzen. Das Wasser geht den Menschen verloren, weil sie es nicht speichern können. Oder es ist verschmutzt und damit unbrauchbar. Hinzu kommt: Konflikte entstehen vor allem dann, wenn der Zugang zu Wasser nicht gerecht organisiert ist.

Deshalb ist das Engagement von Organisationen wie Enda Pronat so wichtig. Durch ihre langjährige Arbeit vor Ort wissen sie, worauf es beim Wassermanagement ankommt. Sie genießen großes Vertrauen in der Bevölkerung und können dazu beitragen, dass Ressourcen gemeinsam und friedlich genutzt werden. So schafft Wasser Frieden!

Mehr über Enda Pronat erfahren: Auf der Website der Partnerorganisation!

Simone Ramones
Programmkoordinatorin Senegal, Simbabwe