Palästina: Training for Peace

Die palästinensische Bevölkerung leidet seit Jahren unter der israelischen Besatzung. Durch den anhaltenden Konflikt und den instabilen Friedensprozess wird der Aufbau eines souveränen und wirtschaftlich stabilen palästinensischen Staates verhindert. Die psychische Belastung der Betroffenen ist erheblich.
Viele Menschen sind bei der Verarbeitung des Erlebten auf sich alleine gestellt und haben keine Möglichkeit, professionelle Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Dadurch ist die Nachfrage nach psychologischer Beratung und Therapiemöglichkeiten massiv gestiegen.
Seit 2010 unterstützt der Weltfriedensdienst gemeinsam mit der lokalen Organisation GTC (Guidance and Training Center for the Child and Family) die Verbesserung der psycho-sozialen Beratungs- und Fortbildungsangebote zur nachhaltigen Gewalt- und Konfliktprävention in den besetzten palästinensischen Gebieten Westbank und Gaza.
In Trainingseinheiten, Workshops und Seminaren mit vielen Ortsgruppen bietet GTC unterschiedliche Arten von Therapien an, in denen z.B. auch Methoden wie Kunst oder Theater angewandt werden. Dabei wird sehr viel Wert darauf gelegt, die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung zu berücksichtigen und die Trainingsangebote dementsprechend auszurichten. Bisher wurden unter anderem Kurse für Lehrer und schulische Berater angeboten, sowie Hilfe für Eltern, deren Kinder Autisten sind oder unter ADHS leiden.
Unterstützung ist aber auch in der Prävention psycho-sozialer Probleme notwendig, nicht nur im Umgang mit diesen. Die vor allem durch den Konflikt verursachte, generell schlechte ökonomische und politische Situation sowie die zerstörerischen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben in den betroffenen Gebieten erhöhen den Bedarf an professionellen Psycholgen/innen und Traumaexperten/innen, um der allgemeinen psychischen Belastung kompetent und vor allem umfassend begegnen zu können.
Ziel des Friedensprojekts ist es, durch die Projektaktivitäten zu einer langfristigen institutionellen und konzeptionellen Stärkung des GTC und zur offiziellen Anerkennung des Mental Health-Trainingskurses durch das palästinensische Gesundheitsministerium beizutragen.
Zur Umsetzung des Projektes und um die vereinbarten Ziele zu erreichen, wird zum Einen neues, zusätzliches Personal im Bereich Mental Health ausgebildet. Zum Anderen arbeiten GTC und der WFD zusammen an der Professionalisierung und Weiterentwicklung der bestehenden Beratungs- und Trainingsangebote. Das Projekt richtet sich vorrangig an die MitarbeiterInnen des GTC. Durch die Schulungen kann für die Betroffenen, die Bewohner von Bethlehem und Umgebung mit psycho-sozialer Problematik, ein verbessertes Bildungsangebot gewährleistet werden. Auch soziale Einrichtungen oder studentische Freiwillige werden mit einbezogen und ausgebildet.
Mehr Informationen gibt es auf der Webseite www.gtc.ps

Palästina: Training for Peace

Die palästinensische Bevölkerung leidet seit Jahren unter der israelischen Besatzung. Durch den anhaltenden Konflikt und den instabilen Friedensprozess wird der Aufbau eines souveränen und wirtschaftlich stabilen palästinensischen Staates verhindert. Die psychische Belastung der Betroffenen ist erheblich.
Viele Menschen sind bei der Verarbeitung des Erlebten auf sich alleine gestellt und haben keine Möglichkeit, professionelle Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Dadurch ist die Nachfrage nach psychologischer Beratung und Therapiemöglichkeiten massiv gestiegen.
Seit 2010 unterstützt der Weltfriedensdienst gemeinsam mit der lokalen Organisation GTC (Guidance and Training Center for the Child and Family) die Verbesserung der psycho-sozialen Beratungs- und Fortbildungsangebote zur nachhaltigen Gewalt- und Konfliktprävention in den besetzten palästinensischen Gebieten Westbank und Gaza.
In Trainingseinheiten, Workshops und Seminaren mit vielen Ortsgruppen bietet GTC unterschiedliche Arten von Therapien an, in denen z.B. auch Methoden wie Kunst oder Theater angewandt werden. Dabei wird sehr viel Wert darauf gelegt, die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung zu berücksichtigen und die Trainingsangebote dementsprechend auszurichten. Bisher wurden unter anderem Kurse für Lehrer und schulische Berater angeboten, sowie Hilfe für Eltern, deren Kinder Autisten sind oder unter ADHS leiden.
Unterstützung ist aber auch in der Prävention psycho-sozialer Probleme notwendig, nicht nur im Umgang mit diesen. Die vor allem durch den Konflikt verursachte, generell schlechte ökonomische und politische Situation sowie die zerstörerischen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben in den betroffenen Gebieten erhöhen den Bedarf an professionellen Psycholgen/innen und Traumaexperten/innen, um der allgemeinen psychischen Belastung kompetent und vor allem umfassend begegnen zu können.
Ziel des Friedensprojekts ist es, durch die Projektaktivitäten zu einer langfristigen institutionellen und konzeptionellen Stärkung des GTC und zur offiziellen Anerkennung des Mental Health-Trainingskurses durch das palästinensische Gesundheitsministerium beizutragen.
Zur Umsetzung des Projektes und um die vereinbarten Ziele zu erreichen, wird zum Einen neues, zusätzliches Personal im Bereich Mental Health ausgebildet. Zum Anderen arbeiten GTC und der WFD zusammen an der Professionalisierung und Weiterentwicklung der bestehenden Beratungs- und Trainingsangebote. Das Projekt richtet sich vorrangig an die MitarbeiterInnen des GTC. Durch die Schulungen kann für die Betroffenen, die Bewohner von Bethlehem und Umgebung mit psycho-sozialer Problematik, ein verbessertes Bildungsangebot gewährleistet werden. Auch soziale Einrichtungen oder studentische Freiwillige werden mit einbezogen und ausgebildet.
Mehr Informationen gibt es auf der Webseite www.gtc.ps

Nach einer weiteren viel zu kurzen Nacht, klebrigen Marmeladenstullen und Tee im Hotel und der rettenden Tasse Milchkaffee bei Uli und R. führt uns der Weg nach Bethlehem. Weil der Haupteingang heute für jüdische Gläubige reserviert ist, die zu tausenden zu Rahels Grab pilgern, geht es für uns einmal um die Stadt herum. Wir bestehen den Schlomo oder Ahmed-Test der Soldaten mal wieder auf den ersten Blick und werden durchgewunken.

Unterstützung bei psychischen Problemen

In Bethlehem sind wir, um GTC persönlich kennen zu lernen. Der Weltfriedensdienst will die Arbeit des  Guidance and Training Center ab dem nächsten Jahr personell und finanziell unterstützen. Der gemeinsame Projektantrag liegt zur Bewilligung beim BMZ. Der Direktor des Projekts Victor, stellt uns bei Keksen und Tee die umfangreichen Aktivitäten des Centers vor. Es geht um die Behandlung psychischer Schäden. Diese sind unter den schrecklichen Bedingungen, einer politisch, sozial und ökonomisch schwierigen Situation wie in Palästina, besonders häufig sind.

Workshop GTC

Im Projekt GTC geht es um die Aufklärung und Behandlung psychischer Probleme.

Das Thema wird weitgehend tabuisiert, Menschen mit Schwierigkeiten schnell stigmatisiert, erklärt Victor. Daher kombinieren sie ihre Arbeit mit einer Aufklärungskampagne. Diese bietet den Menschen sowohl Unterstützung bei Schizophrenie und Depressionen als auch in der Bewältigung von Familienproblemen und sexueller Aufklärung. Weit spannt sich der Bogen aus Aktivitäten.  Zum einem das ambitionierte Vorhaben eine  arabisch-sprachige Fachbibliothek aufzubauen. Darüber hinaus geht es auch um die Vernetzung möglichst vieler Akteure und Institutionen, wie Schulen, Universitäten, das Gesundheits- und Bildungsministerium und palästinensische wie internationale Nichtregierungsorganisationen.

Die Leute von GTC betrachten die Arbeit als Einsatz für ihre Leute und ihre Gemeinschaft. “Das ist mein Platz”, sagt Viktor, “hier kann ich am Ende des Tages sagen, etwas wichtiges getan zu haben für die Gemeinschaft. Diese Arbeit stellt mich zufrieden.” Besonders lohnend sei die Arbeit mit Kindern. Beginnen sie sich im Verlauf der Therapie zu öffnen, ihre Gefühle zu zeigen, oder einfach nur zu lächeln, wird ihm immer wieder klar, dies ist der richtige Platz. Wir fühlen uns auch am richtigen Platz, jetzt ist das BMZ dran.

Musik als Mittel um Gefühle zu zeigen

In Ramallah treffen wir Reema, Riham und Odeh von unserer Partnerorganisation Al-Mada. Zusammen bauen WFD und Al-Mada ein Musiktherapie-Zentrum auf. Tomeh ist Direktor, technischer Berater für die Musiktherapie, Komponist und Musiker. Er nimmt sich Zeit für das Interview, erklärt mir die technischen Aspekte des Programms und die Idee der Musiktherapie: Menschen, die nicht die Möglichkeit bekommen ihre Gefühle auszudrücken, gezwungen werden, oder sich gezwungen fühlen, sie in sich einzusperren, nehmen Schaden. Das betrifft den Geist, den Körper, ihre Lebensqualität.

Studio

Viele Instrumente stehen einer musikalischen Therapie zur Verfügung.

In der palästinensischen Gesellschaft, so Odeh, seien die Möglichkeiten seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen sehr gering. Die äußeren Gegebenheiten sind besonders frustrierend und deprimierend. Insbesondere gelte das für Kinder und Jugendliche. Hier greift die Arbeit des Musiktheraphie-Zentrums, an Schulen und mit verschiedenen Ziel- und Altersgruppen in Ramallah. Musik hat die Fähigkeit, in Menschen etwas zu bewegen, Stress zu lösen und Gefühle wie Freude auszudrücken. In der Therapie lernen die Menschen so Abstand zu nehmen von ihrem Alltag, ihre Gefühle, sich als Ganzes und ihr Leben wertzuschätzen.

Sei du selbst

Nachdem ich das Aufnahmegerät ausgeschaltet habe, philosphieren wir noch eine gute Stunde, über die Wahrnehmung des eigenen Ichs, die Hindernisse, die wir uns in den Weg legen und legen lassen, wir selbst zu sein. Der Moment sei am Wichtigsten, sagt Odeh, die Gegenwart und nicht die Hyphothek irgendeiner Vergangenheit, die wir nicht beeinflussen können, oder der Zukunft, die nicht gewiss ist. Sind wir in der Gegenwart nicht wir selbst, werden wir auch in der Zukunft nicht zufrieden sein können. Was wir jetzt machen ist wichtig. Mir geht Gandhi durch den Kopf:

“Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Friede ist der Weg!”

Shalom!  Aleikum Salaam!

08.11.2009

Gepostet in: Der Weltfriedensdienst in Palästina, Palästina: Training for Peace

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