Unserer Partnerorganisation KENÉ, die im peruanischen Urwald Menschenrechtsverletzungen und illegale Abholzung im Amazonas unter Lebensgefahr dokumentiert, ist ein historischer Durchbruch gelungen: Wegen illegaler Abholzung im Regenwald musste eine Kakaofirma eine Strafe über 4 Millionen Euro an den peruanischen Staat zahlen.

Sieg für den Regenwald

Die von KENÉ verklagte Kakaofirma hat ohne Genehmigung 20 km² Regenwald abgeholzt. Das Gerichtsurteil wurde Anfang August verkündet: Eine Entschädigungssumme von über 4 Millionen Euro und Gefängnisstrafen für drei ehemalige Firmenmitarbeiter. Der ehemalige Geschäftsführer wurde zu 8 Jahren Haft verurteilt.

Kämpfen für Gerechtigkeit ist gefährlich und hart

Lucila Pautrat, der Chefin von KENÉ, ist es zu verdanken, dass mit diesem Urteil ein klares Signal an andere Firmen geht: Regenwaldrodung in Peru bleibt nicht ungestraft. Mit der Unterstützung des Weltfriedensdienstes und Rettet den Regenwald war es KENÉ durch jahrelange Ermittlungen möglich, die Kakaofirma zu entlarven.

Die ermüdende Zusammenarbeit von KENÉ und den peruanischen Behörden wird zusätzlich erschwert durch Korruption und Personalmangel. Während auf der einen Seite Aktivist*innen bedroht und ermordet werden, verschwinden auf der anderen Seite Akten. Nur fünf auf Umweltfälle spezialisierte Staatsanwälte sind zuständig für das gesamte Regenwaldgebiet in der Region Loreto mit einer Fläche so groß wie Deutschland.

Abholzung im Amazonasgebiet © whitcomberd/stock.adobe.com

Das war erst der Anfang

Die Kakaofirma gibt sich ein neues Image und verkauft Plantagen als „Aufforstung“. Die Firma bezahlte ihre Arbeiter dafür, vor dem Gerichtsgebäude zu protestieren und der Staatsanwalt Caraza fand sich einer organisierten Verleumdungskampagne ausgesetzt. KENÉs unermüdlicher Aktivismus hat gerade erst begonnen. Allein in Peru laufen aktuell 15 weitere Verfahren gegen 26 Firmen mit insgesamt 150 km² Plantagenland.

Doch der kriminelle Rattenschwanz ist lang: die Firmen werden von Hintermännern in Malaysia, Singapur und Europa gesteuert, darunter auch ein niederländischer Konzern. Diese stellte jahrelang den jetzt verurteilten Chef der Kakaofirma. Im Kampf gegen Firmen mit derart großem internationalen Einfluss sind Indigene und Kleinbäuer*innen stark bedroht. KENÉ fordert deshalb die Kakaofirma und deren Geldgeber auf, das Land friedlich zu verlassen.

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26.09.2019

Gepostet in: Aktuelles, Peru: Prävention und Verminderung der ökologischen und sozialen Folgen der Zerstörung von Regenwald im peruanischen Amazonas