Der KOMPASS – Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Das Weltfriedensdienst-Fachmagazin erscheint jährlich und befasst sich mit Themen im Friedens- und Entwicklungspolitischen Bereich

Der KOMPASS – Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Das Weltfriedensdienst-Fachmagazin erscheint jährlich und befasst sich mit Themen im Friedens- und Entwicklungspolitischen Bereich

 

Mit der diesjährigen Ausgabe unseres Themenheftes KOMPASS „Migration anders denken“ begegnen wir mit „Perspektiven aus dem Globalen Süden“ den unterschiedlichen Facetten von Migration.

Laut der „Internationalen Organisation für Migration“ macht die Süd-Süd-Migration mit mittlerweile mehr als 92 Millionen MigrantInnen den größten Teil der weltweiten Migration aus. Im KOMPASS #6 werfen 12 Beiträge, die unsere SüdpartnerInnen in Afrika, Südamerika und Asien gesammelt und aufgeschrieben haben, ein neues Licht auf die Thematik. (mehr …)

16.05.2018

Gepostet in: Aktuelles, Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Der KOMPASS – Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Das Weltfriedensdienst-Fachmagazin erscheint jährlich und befasst sich mit Themen im Friedens- und Entwicklungspolitischen Bereich

 

Liebe Leserinnen und Leser,Judith Ohene Geschäftsführerin des Weltfriedensdienst e.V.

spätestens seit dem Sommer 2015, mit dem uns eine große Anzahl von Menschen auf der Flucht in Deutschland erreichte, wird eine Diskussion über Migration geführt. Bei Fragen darüber, wieviel Zuwanderung der deutschen Gesellschaft zumutbar ist, wie viele Geflüchtete verkraftbar, wie viele auch erwünscht sind, werden extreme Positionen eingenommen. Sie werden vor allem durch Stereotype und Angst geprägt: Angst vor Überfremdung einerseits und Angst, dass Deutschland in eine rechte Ecke abdriftet, andererseits.

Dabei wird der Ton der Debatte zuneh­mend aggressiver. Beim Weltfriedensdienst beobachten wir diese Migrationsdebatte mit großer Sorge, denn sie bestimmt den politischen Diskurs und führte im Herbst 2017 die erste rechts­nationale Partei seit dem Ende des Nationalsozialismus in den Deutschen Bundestag. Es wird die Ruhe im Auge des Sturms gebraucht, eine Ver­schnaufpause, um zu Verstand, zu Argumenten und sachdienli­chen Überlegungen zu kommen. Momentan fehlt es uns an einem nuancierten Diskurs bei der Entwicklung eines Masterplans für gelungene Integration. Dabei kann ein Blick über den Tellerrand nur von Vorteil sein: Migration ist integraler Teil der Mensch­heitsgeschichte. Schon immer sind einzelne Gruppen oder ganze Ethnien losgezogen, um woanders ihr Überleben zu versuchen, um Gefahr oder Hunger oder beidem zu entkommen, bessere Einkommen zu erwirtschaften, einen besseren Zugang zu Bildung zu erlangen.
Heute ist Migration zweifellos ein drängendes Thema in vielen Ländern, denn es war noch niemals vorher so voll auf dem Plane­ten. Oft übersehen wir, dass insbesondere der Globale Süden von der weltweiten Migration betroffen ist, in einem weitaus stärke­ren Maße als die Nordhalbkugel. Und genau darauf wird in die­sem KOMPASS der Blick gerichtet – mit Migrationsgeschichten aus der Südperspektive. Was sind Ursachen von Migration, was sind Auswirkungen im Positiven wie im Negativen? Welche Rolle spielen Menschen, die als BinnenmigrantInnen innerhalb ihrer Region bleiben und wie sieht das bei internationalen MigrantInnen aus, die das Weite suchen? Welche Rolle spielt Migration für die aufnehmenden Gemeinden oder zurückbleibenden Familien, deren ErnährerInnen nur über Grenzen hinweg Arbeit finden? Welche Rolle spielen RückehrerInnen?
Die Gesellschaften im Globalen Süden haben teilweise bereits Möglichkeiten gefunden, um auf Migrationsbewegungen zu reagieren. Die Veränderung für Zielgruppen und zivilgesell­schaftliche Organisationen durch Migration, durch Zuziehende und Abwanderungen, gilt es bei allen Maßnahmen für sozialen und ökologischen Wandel zu berücksichtigen. Die Fragestel­lungen lassen sich folgendermaßen anordnen: Wie verändert Migration als Umfeldfaktor in seinen verschiedenen Formen die Gesellschaft? Welche Einflussmöglichkeiten gibt es? Welche Möglichkeiten politischen und sozialen Handelns gibt es? Welche davon sind in einer demokratischen, rechtsstaatlichen Gemein­schaft zulässig oder sogar adäquat?

Um darauf Antworten zu finden, müssen wir die Perspektive von den Herausforderungen auf das Potenzial von Migration erweitern. Denn es gibt nicht die Migration als solche. Jede Wanderungsbewegung hat ihre ganz eigene Geschichte. Zwölf Beiträge rund um Migration, die unsere ProjektmitarbeiterInnen in Afrika, Südamerika und Asien gesammelt und aufgeschrieben haben, finden Sie in diesem Heft, und jede wirft ein ganz eigenes Licht auf das Thema.

Wir hoffen, dass wir mit dem KOMPASS Migration anders denken – Perspektiven aus dem Globalen Süden Ihren Blick weiten und Ihnen interessante Anregungen zum Nachdenken und Nachfragen bieten.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Judith Ohene Geschäftsführung Weltfriedensdienst e.V.

 

 

Mit der diesjährigen Ausgabe unseres Themenmagazins KOMPASS „Migration anders denken“ begegnen wir mit „Perspektiven aus dem Globalen Süden“ den unterschiedlichen Facetten von Migration.

Laut der „Internationalen Organisation für Migration“ macht die Süd-Süd-Migration mit mittlerweile mehr als 92 Millionen MigrantInnen den größten Teil der weltweiten Migration aus. Im KOMPASS #6 werfen 12 Beiträge, die unsere SüdpartnerInnen in Afrika, Südamerika und Asien gesammelt und aufgeschrieben haben, ein neues Licht auf die Thematik.

Mit Stories über Fremdenfeindlichkeit in Südafrika, Geschlechterrollen in Simbabwe, Konflikte zwischen Ackerbauern und Viehzüchtern in Kenias Norden versprechen wir uns, Migration auf Augenhöhe zu verstehen. Auch Migrationsgeschichten aus Bolivien oder nepalesischer WanderarbeiterInnen sind nur einige der Beispiele, mit denen wir unsere Blicke weiten. Hier ist einer dieser Artikel. (Zum Inhaltsverzeichnis)

 

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Der KOMPASS – Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Das Weltfriedensdienst-Fachmagazin erscheint jährlich und befasst sich mit Themen im Friedens- und Entwicklungspolitischen Bereich

Menschen sind seit jeher von Ort zu Ort gewandert. Ohne Migration gäbe es die Welt, wie wir sie heute kennen, nicht. Die „Beweg“gründe waren und sind dabei vielfältig. Von Afrika ausgehend besiedelte der Mensch, als JägerInnen und Sammle­rInnen, langsam über viele Jahrtausende hinweg alle Kontinente der Welt. Sie waren kontinuierlich auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen und Jagdgebieten. Eine nachhaltige Landnut­zung durch Ackerbau war noch weit entfernt. Die nomadische Lebensweise hat sich auch heute noch in vie­len Teilen der Erde gehalten, beispielsweise im Norden Kenias. Angehörige verschiedener Ethnien wechseln immer wieder die Weidegründe, weil das Land zu karg ist, um dauerhaft bewirt­schaftet zu werden. Der so genannte Pastoralismus ist eine der diversen Formen von Migration, auf die der vorliegende KOMPASS aufmerksam macht. Denn Migration ist viel mehr als die nach Europa schwappende „Flüchtlingswelle“, von der ein nicht kleiner Teil im Mittelmeer verebbt.

Mit dem KOMPASS Migration anders denken regen wir zu einem Perspektiven­wechsel an. (mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Der KOMPASS – Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Das Weltfriedensdienst-Fachmagazin erscheint jährlich und befasst sich mit Themen im Friedens- und Entwicklungspolitischen Bereich

(mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Der KOMPASS – Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Das Weltfriedensdienst-Fachmagazin erscheint jährlich und befasst sich mit Themen im Friedens- und Entwicklungspolitischen Bereich

Karte und Infokasten BurundiVon Matthias Hoffmeister und Théogène Habya­rimana (Veröffentlicht im KOMPASS #6 Migration anders denken)

Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas, aber – ebenso wie der nördlich gelegene Nachbarstaat Ruanda – dicht besiedelt. Im Index der menschlichen Entwicklung lag Burundi 2016 auf Platz 184 von 188. Das Land hatte 2016 das weltweit drittniedrigste BIP pro Kopf. Das Durch­schnittsalter beträgt 16,7 Jahre. Soziale Ungleichheiten und heftige politische Krisen haben in Burundi zu Flucht und Vertreibung Tausender geführt. Nach den Gräueltaten der 1990er-Jahre waren schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen vertrieben oder auf der Flucht.

Der 2001 ein­geleitete Friedensprozess hat zwar zur Rückkehr vieler BurunderInnen geführt, zugleich aber auch zur Verschärfung innergesellschaftlicher Kon­flikte. Dabei spielt die dichte Besiedlung des ostafrikanischen Landes und die Knappheit an fruchtbare Böden eine zentrale Rolle. Zivilgesellschaft­liche Friedenskomitees begleiten den Friedensprozess seither, indem sie etwa in Landkonflikten vermitteln und gegen ethnische Feindbilder und Stereotypen, für Vorurteilsfreiheit und Versöhnung werben, wie etwa Mi-PAREC. Doch Anfang 2015 stürzte Burundi erneut in eine tiefe Krise. Seither haben mehr als 500.000 Menschen ihre Heimat verlassen, und diese Migrationsbewegung hält weiter an. Burundi trat als erster Mit­gliedsstaat mit Wirkung vom 27. Oktober 2017 aus dem Internationalen Strafgerichtshof aus.

(mehr …)

15.05.2018

Gepostet in: Burundi: Versöhnung unterstützen, Der KOMPASS - Das Fachmagazin des Weltfriedensdienst

Spendenformular

FundraisingBox Logo

×
Spendenwidget

×
Newsletter abonnieren

×

Newsletter abonnieren

Erhalten Sie die neuesten Informationen über die Arbeit des Weltfriedensdienst e.V.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet.