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Das hatte niemand erwartet: Ein Gewalttäter aus dem Bürgerkrieg hatte vor Gericht seine nachweisbaren Verbrechen bis zuletzt geleugnet. Als  Konsequenz nahm er lange lange Gefängnisstrafen in Kauf. In dem Mediationsverfahren von MIPAREC, wo er auf Angehörige seiner Opfer traf, begann er nach einer Weile, offen über seine  Verbrechen zu sprechen. Schließlich war er bereit, lebenslange Reparationen an seine  Opfer zu zahlen.

Dieudonné Kabinakanwa, Mitbegründer und Präsident von MIPAREC (Ministry for Peace and Reconciliation Under the Cross), hat selbst seinen Vater in dem Konflikt verloren und richtet seinen Aufruf zur aktiven Gewaltfreiheit an alle Burunder:

Dieudonné Kabinakanwa, Mitbegründer und Präsident von MI-PAREC spricht bei Friedensgesprächen.

 


Die vom Weltfriedensdienst unterstützte Organisation MIPAREC (Ministry for Peace and Reconciliation Under the Cross) wendet sich in Burundi an Soldaten, Ex-Guerillas und rückkehrende Flüchtlinge und bezieht auch die traditionellen Friedensrichter mit ein. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind mehrtägige Seminare und Fortbildungsveranstaltungen, bei denen über Hass und Misstrauen gesprochen wird und einstige Täter und Opfer erste Schritte aufeinander zu tun. Neben dem Aufbau von Friedenskomitees kümmert sich MIPAREC um die Ausbildung von Multiplikatoren, die die Idee der gewaltfreien Konfliktbearbeitung in ihre Dörfer und Gemeinden tragen und somit einen wichtigen Beitrag zur Verständigung und zur Versöhnung leisten. Lesen Sie dazu auch: Mediation: Beitrag zur Konfliktlösung in Burundi

Frieden kann nur dort wachsen, wo Menschen sich versöhnen

Mit Ihrer Spende an den Weltfriedensdienst machen Sie neues Denken möglich. So können wir MI-PAREC in Burundi und andere Friedenskräfte vor Ort dabei unterstützen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Unterstützen Sie den Weltfriedensdienst mit Mi-Parec, Versöhnung zu ermöglichen.

Hier einige Beispiele aus der Arbeit von Mi-Parec im Jahr 2015:

TeilnehmerInnen eines Workshops von Mi-Parec in Burundi

20€

kosteten Stifte und Blöcke für einen Workshop, der Jugendliche befähigte, sich an der politischen Diskussion zu den Wahlen 2015 zu beteiligen.

DorfbewohnerInnen in Burundi

50€

betrugen die Fahrtkosten für 20 jugendliche TeilnehmerInnen an diesem Workshop.

Demonstrationszug von Friedenskomittes in Burundi

125 €

Mit 125€ konnte die Kommunalwahl 2015 in 5 Kommunen durch je 7-10 Wahlbeobachter beobachtet werde

Logo der Friedensorganisation Mi-Parec in Burundi Mi-Parec ist ein langjähriger Partner des Weltfriedensdienst. Ein Klick auf das Logo führt Sie auf die englischsprachige Webseite der Friedensorganisation. > hier erfahren Sie mehr über unsere Zusammenarbeit. Der Zivile Friedensdienst berichtet auf seiner Webseite über das Projekt.

Länderinfo

Burundi ist mit 7,5 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 28.000 Quadratkilometern eines der kleinsten und dichtbesiedeltsten Länder Afrikas. Die Bevölkerung des zentralafrikanischen Landes teilt sich in drei „ethnische“ Gruppen: Zirka 84 Prozent sind Hutu, 14 Prozent Tutsi, ein weiteres Prozent bilden die Twa. Als im Jahr 1993 der erste demokratisch gewählte Präsident, Melchior Ndandaye, getötet wurde, löste dies einen Bürgerkrieg aus, der rund 200.000 Menschen das Leben gekostet und die Bevölkerung tief traumatisiert hat.

Aktuelle Situation

Nach Überfällen bewaffneter Gruppen im Jahr 2014 und zwei kontrovers beurteilten Wahlen 2015 befindet sich Burundi in einer schwierigen Situation. Auf die Ankündigung des Präsidenten, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, reagierten die Opposition und zivilgesellschaftliche Gruppen mit Demonstrationen, Militärs versuchten zu putschen. Jugendliche Anhänger politischer Parteien schüchterten ihre Gegner ein. Über 200 Menschen wurden getötet, ungezählte wurden verletzt, nicht zu reden von den materiellen, kulturellen und sozialen Werten, die zerstört wurden. Mehrere private Medien wurden geschlossen. Übrig blieben Propaganda und Gerüchte, was die Panik in der Bevölkerung noch vergrößert. Dieses Klima der Angst trieb 200.000 Menschen in die Flucht.

Wie MI-PAREC arbeitet 

Dieudonné Kabinakanwa, Präsident von MI-PAREC bei Friedensgesprächen.

Dieudonné Kabinakanwa bei Gesprächen mit Opfern, Tätern und wichtigen anderen Offiziellen, um Entschädigungen zwischen den Parteien zu verhandeln.

MI-PAREC brachte Jugendliche der verschiedenen Gruppen, Polizisten, Gemeindevertreter und Mitglieder von Friedensclubs zusammen. Ziel war, das im Laufe der Auseinandersetzungen verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen und eine Vereinbarung zum friedlichen Zusammenleben zu erarbeiten.

Besonders Jugendliche werden von Politikern zur Erreichung ihrer politischen Ziele immer wieder instrumentalisiert. MI-PAREC lud die jugendlichen Anhänger der verschiedenen Parteien gemeinsam ein und brachte Ihnen den Sinn von Bürgerrechten nahe. In den einzelnen Kommunen wurden Friedensclubs gebildet, denen Jugendliche aller Lager angehören. MI-PAREC macht sie spielerisch mit Formen gewaltfreier Konflikttransformation vertraut. So wird Versöhnung in den Dörfern gefördert. Die Jugendlichen treffen sich regelmäßig und listen die aktuellen Konflikte auf. Betreffen sie Personen oder Gruppen? Was geschieht zu den Konflikten? Werden sie bearbeitet? Wurden sie gelöst? Was bleibt zu tun? Genauso wird systematisch nach den Ursachen von Spannungen und Trennendem geschaut – und nach dem, was verbindet und den Zusammenhalt in der Gemeinde stärken kann.
  

16.12.2016

Gepostet in: Adventsaktion, Burundi: Versöhnung unterstützen

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