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Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma ) jahrzehntelang unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Um den mit der Öffnung und Demokratisierung des Landes einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma ) jahrzehntelang unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Um den mit der Öffnung und Demokratisierung des Landes einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Empowerment von Frauen

Mi Kun Chan Non ist eine bekannte Frauenrechtlerin in Myanmar. Sie kämpft leidenschaftlich und lautstark für die Teilhabe von Frauen an den Corona-Reaktions- und Umsetzungsplänen.

Bislang ist die Teilhabe von Frauen an Friedensprozessen in Myanmar ohnehin sehr begrenzt. Das ändert Mi Kun Chan Non. Sie ist die Direktorin unserer Partnerorganisation Mon Women’s Organization (MWO). Sie führt Führungskräftetrainings für marginalisierte Mon-Frauen, die in verarmten Gemeinden leben, durch. Sie zeigt, wie wichtig Networking und Lobbyarbeit sind.

Das ist auch in der aktuellen Krise hilfreich: Die sozialen Medien sind in Myanmar in der Reaktion auf die Pandemie immer wichtiger geworden. „Auch jetzt nutzen wir Live-Streaming und Messenger, um mit den Frauen in unserem Gebiet zu kommunizieren“, berichtet Mi Kun Chan Non, „Wichtig sind die präventiven Maßnahmen gegen COVID-19. Wichtig ist das Erkennen der Symptome. Wir informieren ständig über die aktuelle Situation.”

Neben sozialen Medien setzt MWO auch Poster, Flyer und Lautsprecher ein. MWO hat die wichtigsten Fakten in die Mon-Sprache übersetzt und blitzschnell Aufklärungsbroschüren gedruckt und in die Dörfer gebracht.

Das sind die Themen der Aufklärungsbroschüren:

  • Tracking der bestätigten Corona-Fälle in Myanmar
  • 5 Tipps zur Unterstützung der eigenen Gemeinde während COVID-19
  • Wie man sich vor einer Ansteckung schützt
  • Wie man sich die Hände wäscht
  • Wie man sein Immunsystem stärken kann
  • Symptome von COVIC 19
  • Wie man gebrauchte Gesichtsmasken entsorgt
  • Wie MWO die Teilhabe von Frauen in der Coronavirus-Reaktion stärkt

 

Weitere Infos zur aktuellen Situation in Myanmar: Corona in Myanmar: Pragmatisch in der Krise

 

 

Foto © Mi Kun Chan Non

11.06.2020

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma ) jahrzehntelang unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Um den mit der Öffnung und Demokratisierung des Landes einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Pragmatisch in der Krise

„Die Menschen in Myanmar sind unheimlich flexibel und passen sich super schnell an neue Umstände an“, berichtet Jella Fink, unsere Landeskoordinatorin in Myanmar. „Und sie handeln pragmatisch: sie organisieren sich in gemeinnützigen Organisationen und Freiwilligengruppen. Das „Geben“ ist tief in den sozialen und religiösen Strukturen verwurzelt.“

Fink beobachtet ein sehr solidarisches Verhalten. „Viele bleiben freiwillig zu Hause, fast jede*r trägt in der Öffentlichkeit einen Mund-Nase-Schutz und hält so gut es geht Abstand.“ Denn für alle hätte ein richtiger Ausbruch gravierende Konsequenzen. So entstanden in kürzester Zeit überall in der Öffentlichkeit improvisierte Waschmöglichkeiten – stets mit Seife ausgestattet.

Da die Trainings mit Jugendlichen ethnischer Minderheiten aktuell entfallen, hat unsere Partnerorganisation Mong Pan Youth Association (MPYA) im Shan-Staat Video-Anleitungen in mehreren lokalen Sprachen produziert, wie man selbst Handdesinfektionsmittel herstellt. In einer digitalen Arbeitsgruppe komponiert das von MPYA geförderte Alumni-Netzwerk gemeinsam ein Lied, das die Covid-19-Prävention unterstützen soll.

Hier geht’s zum Musikvideo.

MPYA unterstützt die lokalen Gemeinschaften in ihrer Region durch Informationskampagnen und Sachmittelspenden für Familien in prekären Verhältnissen. Sie schließen damit eine wichtige Lücke, da die Informations- und Gesundheitsversorgung in Myanmar bereits vor COVID-19 in bedenklichem Zustand war.

Von Corona-bedingten Ausfällen am stärksten betroffen sind 18 Millionen Myanmarer*innen, die im informellen Sektor tätig sind. Das sind 83% der arbeitenden Bevölkerung.

In Kontakt bleiben: Live-Streaming & Messenger

Auch unsere beiden anderen Partnerorganisationen engagieren sich in der Prävention und versuchen die Friedensarbeit so gut es geht online von zu Hause aus fortzusetzen. Trainings und Forschungsvorhaben sind erstmal verschoben.

Mon Women Organization (MWO) etwa hat die wichtigsten Fakten in die Mon-Sprache übersetzt und verteilt diese gerade. Die sozialen Medien sind in der Reaktion auf die Pandemie immer wichtiger geworden. Weitere Infos folgen in Kürze.

Westliche Einflüsse: Tendenz negativ

Nach anfänglichem Zögern und teilweise auch grob irreführender Kommunikation hat die Regierung in Myanmar auf die Lage reagiert. Erste Covid-19-Fälle waren allesamt „aus dem Westen“ importiert.

Gleichzeitig inszeniert sich China in Myanmar als freundlicher Helfer und entsendet Mediziner nach Yangon. Die Tendenz, westliche Einflüsse negativ zu charakterisieren, ist seit der Rakhine-Krise und der daraus folgenden öffentlichen Verurteilung sichtbar gestiegen.

Kämpfe teils ausgesetzt

Endlich hat das Militär einen Waffenstillstand bis Ende August beschlossen. Diesen erbaten ethnische bewaffnete Gruppen, um COVID-19-Vorsorge in ihren Gebieten betreiben zu können. Auch internationale Organisationen forderten ein Aussetzen der Kampfhandlungen. Der Waffenstillstand gilt allerdings nicht in Regionen, in denen terroristische Vereinigungen kämpfen, darunter Rakhine und Chin. Dort kommt es aktuell zu den stärksten Kampfhandlungen und den meisten zivilen Opfern.

Das Militär scheint sich durch die „Corona-Ablenkung“ in Sicherheit zu wähnen – die Anzahl ziviler Opfer hat im April stark zugenommen und es kam zu Attacken in den Staaten Rakhine, Karen, Shan und Chin. Gerade kam ein UN-Fahrzeug in Rakhine unter Beschuss, das COVID-19-Tests zum Labor in Yangon fahren sollte. Der lokale WHO-Mitarbeiter wurde getötet.

Das Militär gibt die Schuld an allen zivilen Opfern den ethnischen bewaffneten Gruppen gegen die es kämpft. Das entspricht oft nicht der Realität. Damit will es die Unterstützung der Zivilbevölkerung den ethnischen bewaffneten Gruppen gegenüber schwächen.

Pressefreiheit unter Druck

Eine Internetsperre – seit über 8 Monaten – verschärft die Situation in Rakhine. Zum einen unterbindet die Regierung so den Informationsfluss zu Kampfhandlungen und Menschenrechtsverletzungen in dieser Region, zum anderen können nun auch die COVID-19 Präventionsmaßnahmen nicht verbreitet werden.

Die Unterdrückung und Bekämpfung von Zivilisten findet außerdem nicht nur mit Waffengewalt, sondern auch durch Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit statt. Diese wurde unter der Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi weiter beschränkt und nun durch COVID-19 verschärft.

Verhaftungen prominenter Redakteure, Website-Blockaden, abgeschaltetes Internet – im Wahljahr und in der Corona-Krise wird es für Myanmars Bevölkerung schwieriger, an wichtige Informationen zu kommen

 

Weiter zum Myanmar-Corona-Update Juni: Empowerment für Frauen

 

Alle Fotos © MPYA

17.05.2020

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma ) jahrzehntelang unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Um den mit der Öffnung und Demokratisierung des Landes einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Unsere Fachkräfte Bernhard Ortmann und Lukas Nagel berichten im Jahresbericht 2017, wie unsere Projekte zu einem nachhaltigen Frieden in Myanmar beitragen: wir stärken kritische DemokratInnen und bilden sie aus.

Die Welt schaut nach Myanmar. Doch tut sie das wirklich? Nach der ursprünglichen Euphorie der demokratischen Öffnung, den ersten freien Wahlen unter der Ikone Aung San Suu Kyi und dem Entsetzen des Westens über die Verfolgung der Rohingya sowie Berichten über rigorose Menschenrechtsverletzungen bleibt wenig Raum für andere Themen. Massiver Landraub und rücksichtsloser Ressourcen-Extraktivismus vertiefen alte Konflikte unter den zahlreichen Minderheiten Myanmars noch weiter.

Minderheiten von Rohstofferschließung und Infrastrukturprojekten betroffen

So bedeutsam Rohstofferschließung und Infrastrukturprojekte für Myanmars Entwicklung sind, so zerstörerisch sind stellenweise deren Folgen: Ganze Dörfer müssen wirtschaftlichen Großprojekten weichen und Familien das Land verlassen, von dem sie seit Generationen leben. Menschenrechtsstandards werden dabei so gut wie nie eingehalten. Besonders betroffen sind die ethnischen Minderheiten, die in den rohstoffreichen, wirtschaftlich wenig erschlossenen Gebieten nahe der Landesgrenzen leben.

Engagement für Frauenrechte und gegen Land Grabbing

Gemeinsam mit Partnerorganisationen arbeitet der Weltfriedensdienst in eben diesen Regionen: Entlang des Thanlwin, einem der letzten großen weitgehend freifließenden Flüsse Südostasiens, sieht sich die Bevölkerung mit den Folgen von geplanten Dammbauten, Bergbau- und anderen Großprojekten konfrontiert. Die Partnerorganisation Mong Pan Youth Association vermittelt im Shan State jungen Menschen die Kompetenz, sich gegen den grassierenden Landraub zu wehren. Sie lernen, belastbare Informationen zusammenzutragen, aufzubereiten und sie etwa durch Videodokumentationen ebenso breitenwirksam wie zielgerichtet publik zu machen.

Datenerhebung durch unseren Partner in Shan.

Im Mon State, wo der Thanlwin schließlich in die Andamanensee mündet, nimmt die Mon Women’s Organization die besonders leidtragenden Frauen und Kinder in den Blick: Mittels eines breiten Netzwerks lokaler Frauengruppen erhebt sie Informationen zur lokalen Problemlage. In Schulungen erlangen Frauen ein Bewusstsein für ihre Rechte und wie sie diese gemeinsam einfordern können.

Perspektiven für marginalisierte Jade-Sammler im Norden Myanmars

Im Norden Myanmars zwischen China und Indien befindet sich der Kachin State. Der seit Jahrzehnten währende Konflikt hier kann nur verstanden und bearbeitet werden, wenn man auch die Kriegsökonomie und die daraus entstehende Ressourcenverteilung berücksichtigt. Sie beruht auf der Ausbeutung von Jademinen, mit deren Profit sich die Kriegsparteien finanzieren. Hier engagiert sich unsere Partnerorganisation Naushawng Development Institute (NDI) mit Bildungsarbeit, Dialogprozessen und Forschung für Frieden. Junge, gut ausgebildete AbsolventInnen des einjährigen Programms setzen sich anschließend in den Kommunen für den Friedensprozess, Recht und staatliche Transparenz ein.

Im Rahmen dieser Ausbildung führen die Studierenden ihr eigenes kleines Forschungsprojekt durch. In Hpakant befinden sich die größten Jademinen der Welt. 2017 interviewten dort fünf NDI-Studierende 49 der extrem marginalisierten Jade-Sammler, die für einen kleinen Obolus in den aufgelassenen Minen nach kleineren Jadestücken suchen. Drangsalierung durch Sicherheitskräfte, sexuelle Gewalt, Mord, Drogenabhängigkeit und die Gefahr, in Erdrutschen begraben zu werden, gehören zum Alltag.

In ihrem wissenschaftlichen Bericht machen die ForscherInnen auf die Zustände hier aufmerksam und geben Politikempfehlungen. Die Gruppe entschied sich für dieses Thema, weil einer von ihnen, La Ja, seit dem 14. Lebensjahr ein Jade-Sammler gewesen war. Mit 21 Jahren bewarb er sich bei NDI und hat nun zum ersten Mal eine Perspektive. „Vor meiner Ausbildung bei NDI hatte ich kein Ziel im Leben, nur meinen Tageslohn in den Minen. Aber durch NDI habe ich mein Ziel gefunden. Besonders die LehrerInnen haben mich inspiriert.“ Seit Januar 2018 ist er ein vollangestellter Englischlehrer.

Bernhard Ortmann & Lukas Nagel, Myanmar – Unsere Mitarbeiter im Projekt Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

28.09.2018

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma ) jahrzehntelang unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Um den mit der Öffnung und Demokratisierung des Landes einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Von 1962 bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma) unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Das Militär setzte 2011 ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt ein und leitete damit eine vorsichtige Öffnung und Demokratisierung des Landes ein. Jedoch bekämpfen sich noch immer zahlreiche bewaffnete Milizen sowohl untereinander als auch mit dem Militär – angeheizt von einer fortbestehenden Kriegsökonomie.

Hinzu kommt, dass die BewohnerInnen Myanmars keine gemeinsame Identität haben. Neben den BurmesInnen (ca. 70% der Gesamtbevölkerung) gibt es sieben weitere größere Volksgruppen, die offiziell anerkannt sind, sowie zahlreiche ethnische Minderheiten mit ausgeprägten eigenen Identitäten. Selbst die birmanische Mehrheit ist – vor allem in ihrem Verhältnis zu dem weiterhin dominanten Militär – politisch gespalten. Um den mit dem Ende der Militärdiktatur einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

Konfliktbearbeitung in benachteiligten Gemeinden

Ohne eine Konfliktbearbeitung mit dem Ziel nationaler Versöhnung ist jederzeit mit dem Aufbrechen bewaffneter Konflikte zu rechnen. Besonders ethnische Minderheiten fühlen sich von der Regierung systematisch vernachlässigt – eine Gefahr für den Friedensprozess. Die Friedensarbeit des Weltfriedensdienst im Land zielt daher zunächst darauf, dass sich die Bevölkerung in den Projektregionen Kachin State, südlicher Shan State und perspektivisch Mon State auf ihre wichtigsten Anliegen, Bedürfnisse und Rechte verständigt.  Dafür werden in Gemeinden verankerte Organisationen unterstützt, regionale Friedensprozesse zu moderieren und zu begleiten.
Friedensfachkräfte des Weltfriedensdienst mit Kenntnissen um Konfliktanalyse, gewaltfreie Kommunikation und Konflikttransformation beraten sie vor Ort. Perspektivisch werden die Menschen in die Lage versetzt, ihre Interessen gegenüber der Regierung und dem noch immer machtvollen Militär eigenständig zu vertreten und Einfluss auf Entscheidungsprozesse nehmen.

AbsolventInnen der Naushawng Community School mit unserem Kooperanten Lukas Nagel

Bildungsprogramme in Myitkyina, Kachin State

Ein Beispiel aus unserer Arbeit in Myanmar: Junge Leute, welche sonst in der Region keine ausreichende Berufsperspektive haben, werden zu Führungskräften in Themen wie Konfliktbearbeitung, Politik oder gemeindeorientierter Arbeit ausgebildet. Zum Teil wird ihre Weiterbildung im In- oder Ausland mit Stipendien unterstützt. Dadurch sind sie befähigt einen Beitrag zum Friedensaufbau, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung zu leisten, statt abzuwandern. Viele der rund 1000 Alumni des Naushawng Development Institute (NDI) sind miteinander vernetzt. Gemeinsam arbeiten sie auf ein friedlicheres Leben in Kachin State zu.

28.06.2018

Gepostet in: Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern

Bis 2011 stand Myanmar (vormals Burma ) jahrzehntelang unter der von Gewalt geprägten Herrschaft einer Militärdiktatur. Um den mit der Öffnung und Demokratisierung des Landes einsetzenden Friedensprozess zu begleiten, unterstützt der Weltfriedensdienst seit 2013  lokale Partnerorganisationen bei der Erarbeitung von gewaltfreien Lösung von Konflikten in verschiedenen Teilen des Landes.

(veröffentlicht im Querbrief 2/2018)

Seit fast 60 Jahren kämpfen die Kachin für mehr kulturelle, religiöse, wirtschaftliche und politische Autonomie. Daher wird dieser Konflikt oft als der am längsten andauernde Bürgerkrieg der Welt bezeichnet.

Seit der Konflikt Anfang April 2018 im nördlichen Bundesstaat Kachin zwischen der Kachin Independence Army (KIA) und dem burmesischen Militär eskalierte, meldet die UN 7.000 Binnenvertriebene (IDP, engl. Abk. internally displaced persons).

Zwischen den Fronten

Die Zivilbevölkerung in den von den Konflikten betroffenen Gebieten ist aufgrund der anhaltenden Gewalt und wahllosen Beschießung äußerst gefährdet. Über 2.000 Binnenvertriebene sind allein in der Konfliktzone in den Bergen gestrandet und haben keinen Zugang zu Hilfe. Die Eingeschlossenen – unter ihnen viele Frauen, Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderung – brauchen dringend Nahrung. Insgesamt ist der Zugang in Kachin für lokale Hilfsorganisationen, internationale NGOs und UN-Organisationen sehr eingeschränkt.

Myanmar: Frieden Fördern
Myanmar – Öffnung und Demokratisierung? Das ressourcenreiche Myanmar erlebt nach jahrzehntelanger politischer und wirtschaftlicher Isolation seit 2011 einen wechselhaften Reformprozess.

Zivilgesellschaft stärken Der Weltfriedensdienst unterstützt engagierte Organisationen in Myanmar, die sich für Demokratie, friedlichen Dialog und die Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen stark machen.

Friedlich gegen Gewalt Wir wirkt unsere Arbeit? Unsere Friedensfachkräfte Lukas Nagel und Bernhard Ortmann berichten von den friedlichen Protesten in Kachin Anfang Mai 2018.

Das Militär verhindert anscheinend systematisch, dass die humanitäre Hilfe die betroffene Bevölkerung erreicht. Aber auch die Flüchtlinge, die es aus der Kampfzone heraus geschafft haben und in Privathaushalten oder in bereits seit Jahren bestehenden Flüchtlingscamps unterkommen konnten, brauchen Hilfe. Die bald einsetzenden Monsun-Regenfälle werden den Bedarf an Unterkünften, medizinischer Grundversorgung, sauberem Wasser und Sanitärversorgung weiter erhöhen.

Seit Ende April 2018 demonstrieren Tausende friedlich in der Hauptstadt von Kachin für die Freilassung der im Kampfgebiet eingeschlossenen ZivilistInnen. Auf Seite 6 folgt eine Momentaufnahme.Aktivistin fordert freies Geleit für die Binnenflüchtlinge (IDP)

28.06.2018

Gepostet in: Aktuelles, Myanmar: Friedensprozesse auf Gemeindeebene fördern